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Das Kampfgericht treibt die SSG Etzbach auf die Palme

Anna Birkhölzer (Foto: Janina Pattberg) und die SSG Etzbach zogen in Morbach mit 2:3 den Kürzeren. Foto: balu/Archiv

Spitzenreiter kassiert erste Pleite nach haarsträubenden Entscheidungen
Normalerweise sind im Volleyball aller guten Dinge drei. Drei Sätze braucht man, um drei Punkte für einen Sieg zu erlangen. Drei mal darf man bekanntermaßen den Ball berühren, bevor er spätestens über das Netz befördert werden muss. Beim Auswärtsspiel der SSG Etzbach in der Frauen-Verbandsliga Nord rückte aber stattdessen die Fünf in den Mittelpunkt. Erstens: Die Mannschaft von Sieg und der gastgebende SV Haag gingen über die maximale Distanz von fünf Durchgängen, was SSG-Trainer Hans-Jürgen Schröder nach der überflüssigen 2:3-Niederlage (25:17, 19:25, 15:25, 25:17, 13:15) schon genug ärgerte. Aber da war aber auch eine weitere Sache mit der Fünf, die Schröder mächtig auf die Palme brachte. Der Volleyball-Haudegen, der selbst bis zur 3. Liga als Schiedsrichter im Einsatz ist, verstand in der entscheidenden Phase des fünften Durchgangs die Welt nicht mehr, als das vom FC Wierschem gestellte Kampfgericht übersah, dass das Haager Team den Ball bei einem Etzbacher Aufschlag fünfmal spielte. „Es wäre unser Punkt zum 13:13 gewesen, und durch das anschließende Ass hätten wir Matchball gehabt“, schilderte Schröder die Brisanz, die hinter diesen haarsträubenden Entscheidung steckte. „Es wurden viele weitere Entscheidungen gegen uns getroffen.“
Aber der Tabellenführer, der „nur“ einen Punkt mit auf die Heimfahrt nahm und im letzten Spiel des Jahres seine erste Niederlage hinnehmen musste, kehrte auch vor der eigenen Haustür. „Wir haben uns dieses Ergebnis insgesamt selbst zuzuschreiben. Das war heute keine gute Leistung“, haderte Schröder. Die 1:0-Führung gab dem Spitzenreiter genauso wenig Sicherheit wie später der Ausgleich zum 2:2 im Vorfeld des Tie-Breaks mit dem heftig diskutierten Ende, bei dem das Schiedsgericht das Regelbuch neu erfand. René Weiss
Etzbach: A. Birkhölzer, J. Birkhölzer, J. Kaczynski, V. Kaczynski, Kress, Seiler, K. Gerhards.

Quelle: Rhein-Zeitung Ausgabe H vom 16.12.2019

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