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Saison wird ausgesetzt: Lange Pause für Etzbacher Teams

Einen Angriffsschlag wie diesen wird Jonathan Troche wohl für lange Zeit erst mal nur noch im Training mit der SSG Etzbach setzen können. Foto: balu

Wenn die Volleyballer der SSG Etzbach in der kommenden Woche ihre über die Herbstferien eingelegte Pause beenden, werden sie ihr Trainingspensum von ursprünglich zwei auf nur noch eine Einheit in der Woche reduzieren. Ob sich damit nach der Rückkehr in die Rheinland-Pfalz-Liga bestehen lässt? „Wir wollen wenigstens dabeibleiben“, sagt Spielertrainer Julian Schröder. Gemeint ist damit das Hobby an sich. Denn Volleyball als Wettkampfsport wird es weder für die SSG-Männer in der Landesliga noch für das Verbandsliga-Team der Frauen in diesem Jahr geben. Diesen Beschluss verkündete vor wenigen Tagen der Volleyball-Verband Rheinland-Pfalz (VVRP).
In der auf der Internetseite des Verbandes öffentlich einsehbaren Mitteilung des Landesspielausschusses und des VVRP-Vorstands ist davon die Rede, dass der Beschluss, den Spielbetrieb in den Verbands- und Rheinland-Pfalz-Ligen für die Saison 2020/21 auszusetzen, auch „auf Grundlage der ausführlichen Antworten, Wünsche und Bedenken der Mannschaften“ getroffen wurde. Ihre Bedenken hatte auch die SSG Etzbach geäußert, wie Julian Schröder, der nicht nur Spielertrainer der Männermannschaft, sondern auch Vorsitzender des Vereins ist, erzählt. „Der Verband hatte im Laufe der vergangenen Woche ein Hygienekonzept herausgegeben mit Bedingungen, nach denen die Saison hätte durchgeführt werden sollen“, verrät Schröder. Dabei sei den Vereinen bis zum Freitag der Vorwoche ein Rückzugsrecht eingeräumt worden, das keinen Abstieg nach sich gezogen hätte, und von dem letztlich offenbar nicht nur die Etzbacher Gebrauch gemacht hätten.
Dass es so gekommen ist, überrascht angesichts einiger der aufgestellten Vorschriften nicht. Laut Schröder beinhaltete eine davon den sofortigen Spielabbruch, sobald die Temperatur in der Halle unter den Wert von 10 Grad Celsius falle. „Wenn man allein sieht, dass bei uns im Kreis Altenkirchen derzeit die Sporthallen nur bei durchgehend geöffneten Fenstern und Türen genutzt werden dürfen, und dadurch im bevorstehenden Herbst und Winter die Temperatur kaum über dem besagten Wert hätte gehalten werden können, so hätte die Teilnahme am Spielbetrieb für uns überhaupt keinen Sinn gemacht“, erklärt Schröder. Und noch eine weitere Bedingung schreckte die Etzbacher ab. So hätten bei den auf dieser Ebene obligatorischen Dreier-Spieltagen, an denen die Heimmannschaft zwei Gegner empfängt, zwischen jeder Begegnung vom Schiedsrichterstuhl und den Reservebänken über die Netzpfosten bis hin zu den Bällen sämtliche Utensilien desinfiziert werden müssen. Unabhängig vom enormen Aufwand, der damit einhergegangen wäre, hätte das noch von einer neutralen Person kontrolliert werden sollen. „Jemanden dafür zu finden, wäre schwierig geworden“, ist sich Schröder sicher. Zumal der Verband die Haftung für etwaige Schäden durch mögliche Ansteckungen „zu 100 Prozent auf die Vereine übertragen hätte“, wie Schröder anmerkt. Ein Risiko, dem sich wohl kein Verein hätte aussetzen wollen.
Innerhalb der SSG Etzbach habe jeder die Entscheidung auf einen Teilnahmeverzicht am Spielbetrieb mitgetragen, verrät Schröder. „Der Tenor dabei war, dass Volleyball für uns alle immer noch ein Hobby ist, das Spaß machen soll. Und das hätte es unter den genannten Bedingungen nicht getan.“ Dass der Etzbacher Verzicht nun hinfällig ist, begrüßt der SSG-Vorsitzende: „Wenn man sich die steigenden Fallzahlen ansieht und das bei Hallensportarten erhöhte Infektionsrisiko, dann finde ich es absolut richtig, die Saison auszusetzen.“
Zwar hielt sich der VVRP in seiner Mitteilung die Möglichkeit offen, „bei gravierenden Änderungen bezüglich der Beurteilung der Situation“ gegebenenfalls einen „vereinfachten Spielmodus“ auf die Beine zu stellen, wofür sich dann auch die entsprechenden Gremien nochmals zusammensetzen würden. Doch ein solches Szenario stufen die Verantwortlichen selbst als „sehr unrealistisch“ ein.

Quelle: Rhein-Zeitung (Ausgabe H) vom 23.10.2020

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